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Inklusion

Kinder mit Rechenstörungen und besonders mathematisch begabte Kinder –
Diagnostik und Förderung an der Grundschule am Stadtpark Steglitz
(Aktualisiert November 2017)

Seit Ende des Schuljahres 2015/16 bin ich – Susann Reinheckel – als Sonderpädagogin und Mathematiklehrerin an der Grundschule am Stadtpark Steglitz tätig.

Als Sonderpädagogin liegt mein Arbeitsschwerpunkt auf der Diagnostik und Förderung bei Rechenschwierigkeiten und besonderen Rechenfähigkeiten. Zudem bin ich zuständig für die Förderschwerpunkte „Lernen“ und „emotional-soziale Entwicklung“ sowie Beauftragte für Hochbegabung.

Begriffsklärung

Kinder mit Rechenstörungen haben beim Erwerb grundlegender mathematischer Kompetenzen erhebliche, lang andauernde Schwierigkeiten.

Kinder, die besonders mathematisch begabt sind, zeigen über einen längeren Zeitraum in Mathematik besondere Fähigkeiten.

Förderdiagnostik

Falls bei einem Kind eine besondere mathematische Begabung oder ein erhöhtes Risiko zur Ausprägung einer Rechenstörung von der Fachlehrkraft vermutet werden, führe ich das ElementarMathematischen BasisInterview (EMBI) mit dem Kind durch. Ergibt sich daraus ein Förderbedarf, erstelle ich einen Vorschlag für den Förderplan. Dieser wird mit der Fachlehrkraft besprochen. Am Ende des Schuljahres wird in allen 2. Klassen der Heidelberger Rechentest durch, um die mathematischen Grundlagenkenntnisse aller Kinder zu erfassen.

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Förderziel und Förderort

Kinder, die Schwierigkeiten beim Rechnen haben und Kinder, die besondere Rechenfähigkeiten zeigen, sollten frühzeitig im Klassenunterricht gefördert werden. Zudem sollten Kinder mit Schwierigkeiten beim Rechnen am Förderunterricht teilnehmen. Mein Vorschlag für den Förderplan enthält Empfehlungen für den Klassen- und Förderunterricht.

Kinder mit (einem ausgeprägten Risiko für eine) Rechenstörung können, wenn das schulische Angebot ausreicht, an einer temporären Lerngruppe teilnehmen. Dort bearbeiten sie einen individuellen Lernweg und üben das Blitzrechnen.

Evaluation

Zum Ende des Schulhalbjahres überprüfe ich die Lernentwicklung des Kindes und melde diese dem Kind, der Fachlehrkraft und den Eltern über das Kind oder in einem Gespräch zurück. Wenn sich die Fördermaßnahmen als nicht ausreichend erweisen, spreche ich gemeinsam mit der Fachlehrkraft, ggf. auch mit der Schulleitung und externen Beratungsstellen (z.B. Schulpsychologischer Dienst) über weitere Maßnahmen (z.B. Nachteilsausgleich) und Förderorte (z.B. außerschulische Therapiemaßnahme).

Kontakt

Für Fragen zu meiner Arbeit stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Hierzu lassen Sie bitte Frau Harp (Sekretariat) einen Zettel mit Ihren Fragen und Ihren Kontaktdaten in mein Fach legen. Ich melde mich dann schnellstmöglich bei Ihnen.

S. Reinheckel


Kooperative Sprechstunde
an der „Grundschule am Stadtpark Steglitz“

Team1Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um den Leserinnen und Lesern der Homepage unsere Kooperative Sprechstunde vorzustellen.

Sie bietet eine fundierte Beratung und Unterstützung für Eltern und Lehrkräfte bei individuellen Problemen der Schüler/innen sowie im gesamten sozialen System einer Klasse.

Es ist eine einmalige und nach Einschätzung aller Beteiligten bewährte Vernetzung von Schulleiter (Hr. Meyer), Schulpsychologe (Hr. Siebert), Beratungslehrerin (Sonderpädagogin) aus dem Beratungs- und Unterstützungszentrum (BuZ) (Fr. Straßburg), Sonderpädagogin (Fr. Worch) und unserer Schulsozialarbeiterin (Fr. Atzler). Hinzu kommen Klassen- oder Fachlehrer sowie oft auch Eltern bzw. andere Erziehungsberechtigte.

Diese Sprechstunde ist kein offizielles Gremium der Schule, sondern ein niederschwelliges Hilfsangebot und eine Gesprächsrunde mit beratendem Charakter. Dadurch wird eine vertraute Atmosphäre spürbar, die hilft, miteinander ins Gespräch zu kommen und bisweilen sehr konkrete Themen anzusprechen, die über den engen schulischen Bereich hinausgehen können. Die Anmeldeformalitäten zur Sprechstunde stellen sicher, dass keine persönlichen Informationen an Dritte gelangen.

So finden auch Eltern in dieser Gesprächsrunde Gehör, wenn es im Zusammenhang mit der Schule Fragestellungen hinsichtlich des häuslichen Umfeldes gibt.

Team2Hier greift in besonders effizienter Weise die Vernetzung der speziellen Sichtweisen aus Lehramt, Schulpsychologie und Beratungszentrum sowie die der Sonderpädagogik und Schulstation. Aus verschiedenen Blickwinkeln kann eine Fragestellung beleuchtet und nach vorhandenen schulischen und außerschulischen Ressourcen geschaut werden.

Das Schuljahr geht nun langsam zu Ende, darum sei an dieser Stelle ein Dank an Frau Straßburg und Herrn Siebert gerichtet, die uns als professionelle außerschulische Partner verlässlich unterstützen und uns auf dem gemeinsamen Weg begleiten.

Der notwendige „Blick über den Tellerrand“ wird somit  möglich und verhilft uns auch durch kürzere bürokratische Wege zu schnellem Handeln und unkomplizierten Hilfeleistungen für Schüler/innen und Eltern.

Ich freue mich auf die weiteren „Koop-Sprechstunden“ auch im kommenden Schuljahr.

Und jeder, der Hilfe oder Beratung im schulischen Kontext sucht, ist herzlich dazu eingeladen!

B. Worch (Sonderpädagogin) im Juni 2015


Der „Zauberwald“ als Diagnostikinstrument

Die Reise durch den Zauberwald ist ein Diagnostikinstrument, womit wir die Lernausgangslage der Erstklässler noch genauer überprüfen und unsere Förderung individuell ansetzen, wo jeder Schüler sie braucht. Frau Krebs (Integrationserzieherin) und ich reisen immer in der ersten Schulwoche mit den Erstklässlern dorthin.

Logo ZauberwaldAuf dem Weg in den Zauberwald lösen unsere Erstklässler, eingebunden in eine Geschichte, Aufgaben und erfahren, was Hexen- und Zaubererkinder so alles in der Schule lernen.

Zunächst gibt es eine Übung zum rhythmischen Sprechen und Klatschen sowie zum Überkreuzen der Körpermitte. Hier schauen wir, ob das Kind Sprache und Bewegung koordiniert einsetzen kann. Dann überprüfen wir die Augenmotorik, weil dies fürs Lesen- und Schreibenlernen wichtig ist. Das statische Gleichgewicht wird beim Einbeinstand überprüft. Dieser erfordert die Integration von Reizen aus der vestibulären, der taktil-kinästhetischen und der visuellen Wahrnehmung. Die rhythmische Differenzierungsfähigkeit wird mittels Klopfgeräuschen, die das Kind nachklopfen soll, überprüft. Beim Schriftspracherwerb werden verschiedene sensomotorische Automatismen vorausgesetzt. Ohne besondere Kontrolle des Bewusstseins muss ein Kind in der Lage sein, rhythmische Strukturelemente der Sprache richtig zu differenzieren und motorisch zu bewältigen. Die Fähigkeit, kurze Rhythmen wiedergeben zu können, ist dafür eine Voraussetzung. K800_ZauberwaldDiese Übung steht auch mit dem auditiven Gedächtnis im Zusammenhang. Dies kann das Kind anhand von vorgesprochenen Phantasiewörtern zeigen und trainieren. Die Auge-Hand-Koordination wird beim Ball fangen und werfen überprüft. Diese ist für das Schreiben wichtig. Das Kind verfolgt mit den Augen die Flugbahn und muss gleichzeitig für das beidhändige Fangen beide Körperhälften koordiniert steuern. Auf einem Arbeitsblatt beobachten wir die visuelle Figur-Grund-Wahrnehmung und Feinmotorik. Hierzu gehört auch der Pinzettengriff. Die richtige Stifthaltung setzt ihn voraus.

All diese Wahrnehmungsübungen sind wichtige Voraussetzungen für die erfolgreiche Teilnahme am Schulalltag.

B. Worch (Sonderpädagogin)

 

Die sonderpädagogische Förderung an der Grundschule am Stadtpark Steglitz

Als Sonderpädagogin darf ich Ihre besonderen Kinder im Schulalltag begleiten und das Kollegium in Ihrer Arbeit mit den Schülerinnen und Schülern unterstützen.
Wir sind in ständigem Gespräch miteinander und ergänzen unsere Aufgabenbereiche zur stetigen Verbesserung einer guten Lernkultur, damit ihr Kind gern zur Schule kommt und in allen Kompetenzen gefördert werden kann. Auch stehe ich in ständigem Kontakt mit Therapeuten, Betreuungseinrichtungen und Ämtern.
An der Schule arbeite ich eng mit der Schulstation und dem Hort zusammen. Jeder Bereich an Schule hat seine Blickwinkel auf ihr Kind und somit auf alle Fähig- und Fertigkeiten. Mir ist Teamarbeit ein wichtiges Anliegen und der Austausch verschiedener Professionen, um Sie als Eltern/ Erziehungsberechtigte jeden Tag ernst zu nehmen und ihr Kind dort abzuholen, wo es steht.

Grundlage jeglicher Förderung ist die Diagnostik.
Im Bereich der Schulanfangsphase (SAPH) startet diese mit dem diagnostischen Instrumentarium „Lernausgangslage Berlin“ (LAUBE) und der täglichen Unterrichtsbeobachtung durch den Lehrer/Sonderpädagogen und kann dann individuell fortgesetzt werden. Bei der Bestimmung der Lernausgangslage wird schon bei einem Teil der Schüler und Schülerinnen erheblicher Förderbedarf erkennbar. Die Sonderpädagogin kann weiterführend den Sprachstand und/oder die Voraussetzungen in den Bereichen „Basales Lernen“, „Motorik“ und „Kognition“ erheben. Es ist auch möglich Ärzte, Therapeuten oder schulrelevante Institutionen hinzuzuziehen.

Bei uns werden einige Schüler und Schülerinnen von Beginn an in temporären Lerngruppen zu maximal 6 Kindern gefördert, um Entwicklungsdefizite zu kompensieren.

Unsere Erfahrungen zeigen, dass temporäre Lerngruppen für folgende Lernfelder/ Zielbereiche notwendig sind: 1.) phonologische Bewusstheit, 2.) Sprache, 3.) auditive Wahrnehmung/Konzentration, 4.) Feinmotorik und 5.) emotionale und soziale Fähigkeiten.

Der Klassenlehrer und die Sonderpädagogin ordnen die entsprechenden Kinder den temporären Lerngruppen zu. Die Förderplanung hält die individuelle Lernausgangslage und personenbezogene Schwerpunkte fest. Die Fortschritte im Lernprozess werden kontinuierlich dokumentiert und die Förderung gegebenenfalls modifiziert.

Die Eltern werden über die zeitliche Dauer und gegebenenfalls den Inhalt des Förderunterrichts schriftlich und/oder mündlich informiert.

Zu den Inhalten der temporären Lerngruppen:

a) der phonologischen Bewusstheit:

Ziel ist die Förderung der phonematischen Bewusstheit und der allgemeinen auditiven Wahrnehmung, um sicher im Umgang mit Lauten und Silben im Lese- und Schreibprozess zu werden. Mit Hilfe einer Rahmenhandlung erfolgt das Training in Anlehnung an das Konzept von Forster/Martschinke: „Leichter lesen und schreiben lernen mit der Hexe Susi“ (Auer).

b) der Sprache

Förderung der Artikulation, Erweiterung des Wortschatzes und Unterstützung der allgemeinen Sprachentwicklung. Die Förderung findet auf der semantisch-lexikalischen Ebene, auf der morphologisch-syntaktischen Ebene und der kommunikativ-pragmatischen Ebene statt. Als Material dient u.a. auch das Kieler Lesetraining.

c) der auditiven Wahrnehmung/Konzentration

Die Förderung der Konzentration, der Handlungssteuerung und der Eigenwahrnehmung. Diese dient zur Unterstützung unterrichtsbezogener Verhaltensweisen.

d)Feinmotorik

Die Förderung feinmotorischer Fähig- und Fertigkeiten, im Hinblick auf den Erwerb der Kulturtechniken insbesondere im graphomotorischen Bereich. 1Hierzu gehören die Augenmotorik und die Koordination von Bewegungsabläufen. Mit Hilfe einer Rahmenhandlung gehören hierzu z.B. die Arbeit mit diversen Schreibutensilien, u. a. auch die Übungen am Sandtablett und das haptische Erkennen von Gegenständen (siehe Foto) sowie Klebetechniken.

e)emotionale und soziale Fähigkeiten

Es geht uns darum, Kinder individuell zu fördern, d.h. ihre Stärken und Schwächen zu erkennen und als Grundlage für unsere Arbeit zu akzeptieren. Es ist uns wichtig, dass die Kinder ihr Selbstbewusstsein stärken, Selbstverantwortung übernehmen, Toleranz lernen und ihre Fähigkeiten in die Gruppe einbringen. Dieses Prinzip wird nicht nur bei der Freiarbeit und in Unterrichts- und Kreisgesprächen verfolgt.  In den temporären Lerngruppen wird u.a. mit dem Verhaltenstraining für Schulanfänger gearbeitet von Franz Petermann, welches mit Hilfe einer Rahmenhandlung die Schüler/innen im Team zu Schatzsuchern werden lässt.

Integration von Schülerinnen / Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf

In manchen Klassen werden Schüler/innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf unterrichtet.

Kinder, die bereits einen Integrationsstatus anerkannt haben, werden entsprechend ihrem Schwerpunkt und der Ressourcen dauerhaft gefördert. Die unterrichtenden Lehrer werden, z.B. in Hinblick auf den anzuwenden Rahmenplan oder des Nachteilsausgleichs, beraten.

Die Förderschwerpunkte können sein:

  • Lernen
  • Sprache
  • emotional-soziale Entwicklung
  • körperlich-motorische Entwicklung
  • geistige Entwicklung

Als Sonderpädagogin trage ich – wie mein Kollegium – an der Grundschule am Stadtpark Steglitz zur außerschulischen Förderung, z.B. der Konzentration, diese Empfehlungen an die Eltern/Erziehungsberechtigten heran: Rituale, ein ruhiger Arbeitsplatz, Ordnung beim Lernen, Erklärungshilfen, Aufmerksamkeit, Bewegung, ausreichend Schlaf und gesunde Ernährung.

Die vom Kollegium getragenen Grundsätze für den gemeinsamen Unterricht werden nun nach der Fusion beider Schulen zur Grundschule am Stadtpark Steglitz neu überdacht und beschlossen.

Bianka Worch